Neuigkeiten von der Matte #7 – kommende Events mit rechter Beteiligung, Recherche und Analyse

Neonazi-Hooligan auf Fightcard in Bottrop

SV Post Germania Bautzen: BoxerInnen, Hooligans, Neonazis – ein Verein mit Tradition

„Fighting Rookies“ in Halle (Saale) wirbt mit rechtem Kämpfer

Russischer Neonazi und Bodybuilder erhält Einreiseverbot in Polen

Rechte KampfsportlerInnen beim „Tag der Ehre“ in Ungarn

Neonazi-Kampfsportevent für Juni 2020 angekündigt

Kampfsport-Training der NPD in Riesa – mit Beteiligung des KdN-Teams

Kapustin und „White Rex“ setzen Arbeit in der Ukraine fort

Quo Vadis „Kampf der Nibelungen“?


Neonazi-Hooligan auf Fightcard in Bottrop

Neubert (links) beim „Kampf der Nibelungen“ 2016

Für die Fightnight „Gladiators Bowl III“ am 28. Februar 2020 steht u.a. der überregional bekannte Neonazi Tom Neubert aus dem Ruhrpott auf dem Plan. Darüber berichteten wir ausführlich vor ein paar Tagen.
Neubert kämpfte u.a. beim „Kampf der Nibelungen“ (KdN) 2016, wurde in Dortmund-Dorstfelds Neonaziclique politisiert und gehört der dortigen rechten Hooliganszene an.

„Keine Regeln“: Das sind die Regeln des KOTS in Schweden, die auch Tom Neubert im Netz verbreitet

Neuberts Stamm-Gym „MMA Corps Ruhrpott“, unter der Leitung von Markus Adam, will von all dem nichts wissen. Adam ist mit seinem Gym schließlich auch Hauptorganisator der „Gladiators Bowl“-Fightnight und Neubert ein in den sozialen Netzwerken nicht unbeliebter und aufstrebender MMA-Kämpfer. Dass Neubert auch weiterhin mit MMA-Handschuhen der extrem rechten Marke „White Rex“ im Gym posiert und das dort erlernte bei illegalen und in Deutschland strafbaren Kämpfen wie dem „King Of The Streets“ in Schweden einsetzt, wird dabei ausgeblendet.

Neubert ist zudem seit mindestens Mitte Dezember 2019 Trainer im Kickboxen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Gym „4 Ever Fit & Fightcamp“ in Herten. Eine Streichung Neuberts von der Fightcard wäre der erste, richtige Schritt, ein Rausschmiss aus dem Gym die logische und vernünftige Konsequenz! (Anmerkung: Bis zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung gab es kein Statement vom Veranstalter.)

SV Post Germania Bautzen: BoxerInnen, Hooligans, Neonazis – ein Verein mit Tradition

Bereits mehrfach sind Mitglieder, TrainerInnen und UnterstützerInnen des SV Post Germania in Bautzen im Kontext rechter Aktionen aufgefallen. Im November 2019 stiegen bei der bereits zum sechsten Mal stattgefundenen Boxnacht abermals bekannte Neonazis in den Ring. So z.B. Robin Beck, mit dem sogar auf dem Plakat für das Event geworben wird. Auch Frederic Pöthig, Neonazi und Hooligan, gehört zu den Vorzeigeathleten des Vereins. Ein weiterer einschlägig bekannter Neonazi, der sowohl Mitglied bei der SV Post Germania Bautzen ist und auch bei der rechten Hooligan-Gruppierung „Supporters Bautzen“ der SG Dynamo Dresden mitmischt, ist Felix Zieba. Mehr zum Verein und den Verstrickungen findet ihr hier auf unserem Blog – wir danken der „Recherche Ostsachsen“ für den Text!

„Fighting Rookies“ in Halle (Saale) wirbt mit rechtem Kämpfer

Mit einem Bild von Andi Weiße wird das Kampfsport-Event „Fighting Rookies Part V“ für den 14. März 2020 geworben. Weiße, der dort selbst kämpfen will,  präsentiert auf dem Bild eine auf seinem Oberkörper tätowierte, in Neonazi-Kreisen beliebte „Lebensrune“. Auch in seinem Gym, dem „Contact Sports Club“ (CSC) in Erfurt, trägt er Klamotten, die in der rechten Szene beliebt sind.

Andi Weiße mit dem Tattoo einer „Lebensrune“ auf der Brust. Unten der Stand von „Spaß Kostet“ auf dem „Schild & Schwert“-Festival 2018 in Ostritz, der im Sortiment auch Weißes „Nordmänner“-Motiv hat (Bildquelle: Recherche Nord)

Etwa einen Pullover mit der Aufschrift „Nordmänner – Sons of Odin“. Dieser Pullover ist Teil des Sortiments des „Spaß Kostet“-Webshops aus Thüringen. Im April 2018 war dieser mit einem Verkaufsstand auf dem Neonazi-Festival „Schild & Schwert“ in Ostritz vertreten und bietet zahlreiche Produkte, die rechte Kreise ansprechen.
Angesprochen von rechter Bekleidung und neonazistischen Organisationen scheint auch Weiße außerhalb des Gyms. In den sozialen Netzwerken präsentiert er sich mit Klamotten der Neonazi-Marken „Ansgar Aryan“ und „Thor Steinar“, mag die RechtsRock-Band „Die Lunikoff Verschwörung“ und weist in seinem Account auf das rechte Kampfsportformat „Kampf der Nibelungen“ hin.

Im CSC in Erfurt erkennt man darin anscheinend kein Problem. Schon am 7. Dezember 2019 störte sich niemand an dem überregional bekannten Neonazi und Hooligan Franz Pauße, der dort an einem Sparringstreffen teilnahm. Nicht nur die rechten Motive und Symbole, die er gut sichtbar als Tattoos auf seiner Haut trägt, hätten die Verantwortlichen des CSC stutzig machen müssen, sondern auch sein dort getragenes T-Shirt. Dieses zeigt auf der Vorderseite unverkennbar den Schriftzug „Nibelungen-Kampfgemeinschaft“ und auf der Rückseite das Wort „Team“ – ein dem Orga-Kreis des KdN vorbehaltenes T-Shirt, zu dem Pauße schließlich zählt.

Franz Pauße auf dem KdN in Ostritz im Oktober 2018 (links) und beim Sparringstreffen (1.v.l.) beim CSC Erfurt mit selbem T-Shirt (Bildquelle: Screenshots Facebook; Pixelarchiv)

Wir fordern den CSC in Erfurt auf, Neonazis wie Franz Pauße konsequent von der Matte zu verweisen. Noch offensichtlicher hätte er seine Zugehörigkeit zur rechten Kampfsportszene schließlich nicht ausdrücken sollen. Zudem hoffen wir auf einen Umgang mit Andi Weiße, der mit seinen Tattoos und seiner Kleidung deutliche Bekenntnisse zur rechten Szene gibt.

Einblicke in die Aktivitäten und Entwicklungen der extrem Rechten in der Kampfsportszene

Russischer Neonazi und Bodybuilder erhält Einreiseverbot in Polen

Ein führendes Mitglied der extrem rechten, russischen Trainingsgruppe „PPDM-Father Frost Mode“, Konstantin „Truvor“ Bryukhanov, erhielt im November 2019 in Polen ein Einreiseverbot.

Konstantin Bryukhanov (mittig), rechts daneben Grzegorz Jastrzebski

„PPDM-Father Frost Mode“ ist mit Neonazis aus ganz Europa vernetzt und propagiert durch Videos und in Schulungen ein modernes Bild der „NS Straight Edge“-Szene. Viele der Mitglieder der Gruppe trainieren zudem an Waffen. Konstantin Bryukhanov baute in Polen vorrangig Kontakt zu Grzegorz Jastrzebski auf, der als Sänger der RechtsRock-Band „Legion Twierdzy Wrocław“ den polnischen Ableger von „Combat 18“ (C18) repräsentiert – der bewaffnete Arm des international agierenden „Blood & Honour“-Netzwerks. Der Pole Grzegorz Jastrzebski ist nicht nur Musiker in etlichen Neonazi-Bands, sondern auch Aushängeschild des rechten Kraftsport-Formats „S.H.M. – Sport Hatecore Motivation“. Wie auch Konstantin Bryukhanov, ist Jastrzebski erfolgreicher Bodybuilder und nahm an diversen Wettbewerben teil.
Das Einreiseverbot für den russischen Neonazi begründen die polnischen Sicherheitsbehörden damit, dass die Anwesenheit von Bryukhanov eine Bedrohung der Sicherheit und der öffentlichen Ordnung sei. Bryukhanov verbrachte schon im Frühjahr 2018 einige Zeit in Polen.

Rechte KampfsportlerInnen beim „Tag der Ehre“ in Ungarn

Auch in diesem Jahr, am Wochenende des 8. Februar 2020, nahmen hunderte Neonazis aus ganz Europa an den „Gedenk“-Veranstaltungen in Budapest teil, darunter auch viele Akteure der extrem rechten Kampfsportszene.

Links: Urkunde des Marsches, präsentiert von „Baltik Korps“; Rechts: Tobias Maczewski (vermummt und unvermummt) und Alexander Kerper (Bildquelle: Recherche Nord)

Aus Deutschland etwa Akteure der Rostocker Neonazi-Kampfsportgruppe „Baltik Korps“, Maik Schubert und Attila Kincel vom „Fightclub 062“ aus Sachsen-Anhalt, u.a. Julian Menzel aus Bautzen als Vertreter von „Wardon 21“, sowie Abgesandte des sächsischen Kampfsportformats „Tiwaz“.
Auch aus NRW reisten bekannte, rechte KampfsportlerInnen an. Darunter Alexander Kerper, der in den 2000er Jahren in der „ AG Windeck“ aktiv war und seit 2016 in der neonazistischen Kampfsportszene mitmischt.

Alexander Kerper und Jochen Grüber vom „Asgard Fightclub“ im Vorfeld des KdN 2017

2017 stand er etwa beim „Kampf der Nibelungen“ im Ring. Begleitet wurde Kerper in Budapest von Tobias Maczewski, der Teil der gewalttätigen Gruppe „Nationalen Sozialisten Wuppertal“ war und in Wuppertal MMA trainierte.

Desweiteren fand sich auch Markus Kraemer in Budapest ein, der gemeinsam mit Alexander Kerper zwischen 2017 und 2018 im „Asgard Fightclub“ in Vettelschoß regelmäßig an Trainings teilnahm. In den Räumen des Gyms fanden auch die ersten Austragungen des „Kampf der Nibelungen“ statt.

Darüber hinaus nahmen Robert Rundo und Robert Smithson, Führungskader der militanten Neonazi-Organisation „Rise Above Movement“ aus den USA, an einem der Gedenkmärsche in Budapest teil.

v.l.n.r.: Tomasz Skatulski, Maik Schubert, Robert Smithson (Bildquelle: Recherche Nord; presse-service.at)

Beide hatten beim „Kampf der Nibelungen“ im April 2018 in Ostritz gekämpft. Auch Tomasz Szkatulski, Gründer der französischen Neonazi-Kampfsportmarke „Pride France“ war nach Budapest gereist. Nur zwei Wochen später nahm Szkatulski – der mittlerweile in Bulgarien wohnt – mit Rundo und Smithson in Sofia (Bulgarien) am neonazistischen „Lukov-Marsch“ teil.

Neonazi-Kampfsportevent für Juni 2020 angekündigt

Für den 6. Juni 2020 kündigt Tomasz Szkatulski abermals ein konspirativ organisiertes Neonazi-Kampfsportevent an, welches mutmaßlich in Frankreich stattfinden soll. Zuletzt hatte er 2017 das „Force et Honneur“-Turnier in der Nähe von Genf ausgerichtet. Unterstützung findet das kommende Event von vielen der einschlägig bekannten, rechten Kampfsportlabels und Formaten, darunter auch dem „Kampf der Nibelungen“, „Tiwaz“, „Resistend Sportswear“ und „Black Legion Wear“. Am Abend soll zudem die deutsch-österreichische NS-Hardcore Band „Terrorsphära“ um Manuel Eder auftreten, wie auch die NS-Straight Edge-Band „Sober Charge“ aus Russland. Die Tickets werden über Szkatulskis Online-Shop „2YT4U“ für stattliche 35 Euro verkauft. Bis zu 300 Neonazis sollen an dem Event teilnehmen können.

Szkatulski zu Besuch in den Räumlichkeiten der NSC in Lübben

Das Event wird schon seit Monaten in den sozialen Netzwerken beworben und auch Szkatulski selbst rührt durch persönliche Besuche in ganz Europa die Werbetrommel. Etwa in Brandenburg bei der extrem rechten Kampfsport-Gruppe „Northsidecrew“ (NSC), die er im Januar 2020 für einige Tage besuchte.

Gemeinsam mit VertreterInnen dieser Gruppe, wie Lucien Schönbach und Stefan Baer, wurde in den eigenen Räumlichkeiten der Gruppe in Lübben u.a. ein Training absolviert, welches einen Straßenkampf simulieren sollte. Im Rahmen seines Aufenthaltes besuchte Szkatulski mit VertreterInnen der NSC zudem den Soldatenfriedhof in Halbe, wie auch ein RechtsRock-Konzert am Wochenende des 18. Januar 2020.

Training für den Straßenkampf bei der NSC in Lübben

In der Analyse stellen wir fest, dass Szkatulski aktuell genau die Funktion einnimmt, die der russische Neonazi-Hooligan Denis „Nikitin“ Kapustin bis letztes Jahr übernahm: Vernetzung der militanten, europäischen Neonazi-Kampfsportszene. Kapustin hatte 2019 ein Einreiseverbot für den Schengenraum erhalten. Ein solches Einreiseverbot müsste in der Konsequenz auch bei Szkatulski angewandt werden, betrachtet man seine Position als Schlüsselfigur der militanten, europäischen Neonazi-Szene.

Kampfsport-Training der NPD in Riesa – mit Beteiligung des KdN-Teams

Ende November 2019 richtete die NPD im sächsischen Riesa einen ersten „Schutzzonen-Tag“ aus. Mit der Kampagne „Schutzzone“ trete man bundesweit und offensiv im öffentlichen Raum auf, um für „Ruhe und Ordnung“ zu sorgen. Das Konzept  erinnert dabei vielmehr an das einer Bürgerwehr, die versucht durch ihre Präsenz sogenannte „No-Go Areas“ zu schaffen.

„Schutzzonen-Tag“ der NPD in Berlin. Untere Reihe mittig: Jochen Grüber und rechts neben ihm Robin-Oliver Band. Band im Vergleichbild rechts mit C18-T-Shirt (Bildquelle: RechercheNetzwerk Berlin)

Um sich auch körperlich auf Auseinandersetzungen vorzubereiten, standen bei der Tagung nicht nur Unterrichtseinheiten zum Thema „Schutzzone“ auf dem Programm, sondern auch ein Kampfsport-Training. Dieses wurde von Jochen Grüber geleitet, der 2013 und 2014 die Räumlichkeiten seines Gyms „Asgard Fightclub“ in Vettelschoß für den „Ring der Nibelungen“ bzw. den „Kampf der Nibelungen“ zur Verfügung stellte.
Welche Personen Grüber im November 2019 in Riesa für körperliche Auseinandersetzungen trainierte, wird über Bilder in den sozialen Netzwerken schnell ersichtlich. So trug eine Person einen Pullover der erst kürzlich in Deutschland verbotenen militanten Vereinigung „Combat 18″ (C18). Auch ein anderer Teilnehmer des Trainings, Robin-Oliver Band aus Berlin, kann der Struktur des deutschen C18-Ablegers zugerechnet werden, schließlich trug auch er noch im Januar 2020 exklusiven Merchandise der Gruppe.

Kapustin und „White Rex“ setzen Arbeit in der Ukraine fort

Während u.a. Szkatulski derzeit die europäische Kampfsportszene versucht zu  vernetzen, ist Denis Kapustin derweilen in der Ukraine maßgeblich für die Ausrichtung von rechten Kampfsport-Events rund um die neonazistische Organisation „National Korps“ – dem parlamentarischen Arm des Neonazi-Regiments „ASOW“ – zuständig. Hilfe bekommt er außerdem vom „Reconquista Fight Club“, der fester Betsandteil der Struktur von „ASOW“ ist.

Denis „Nikitin“ Kapustin als Kämpfer auf dem „Winterraid“ im Dezember 2019 in Kiew

Beim „Winter Raid“-Turnier, dass im Rahmen des NS-Black Metal-Festivals „Asgardsrei“ im Dezember 2019 in Kiew stattfand, kämpfte Kapustin sogar selbst. Viel weist darauf hin, dass er das Label „White Rex“ in der Ukraine fortführt, trotz dessen dass das Label mittlerweile in der Händen Schweizer Neonazis liegt. Französische Neonazis, die am „Winter Raid“ teilnahmen, wie Marc de Cacqueray de Valménier, beschrieben das Event als „Fight event organized by White Rex & Reconquista“. Dass im Ring das Marken-Symbol von „White Rex“ zu sehen war und die benutzte Abkürzung „WR“ sowohl für „Winter Raid“ als auch für „White Rex“ steht, dürfte ebenfalls kein Zufall gewesen sein.
Laut einem Kommentar vom Team des „Kampf der Nibelungen“ in den sozialen Netzwerken müsse Kapustin noch einige Zeit in der Ukraine verweilen, denn sein Einreiseverbot sei auf zehn Jahre festgelegt worden.

Quo Vadis „Kampf der Nibelungen“?

Das Verbot des Hauptevents des „Kampf der Nibelungen“ (KdN), welches im Oktober 2019 im ostsächsischen Ostritz stattfinden sollte, traf die OrganisatorInnen schwer. Die Untersagung durch die Behörden hat nicht nur finanziell einen enormen Schaden hinterlassen, sondern kratzte auch an der Selbstdarstellung des KdN als professionelles Event. Weder konnte bisher eine Ersatzveranstaltung angekündigt werden, noch wurden die Tickets für das Event zurück erstattet, was einige der TicketkäuferInnen verärgerte. Eine Verbotsverfügung, wie die für den KdN in Ostritz, müsste zudem in der Konsequenz auch Formate wie das „Tiwaz“ aus Sachsen treffen.
Währenddessen ist der KdN bemüht, seine Präsenz vor allem virtuell aufrecht zu halten. Zu diesem zählen auch Solidaritätsbekundungen, die in den sozialen Netzwerken größer gemacht werden, als sie tatsächlich sind.

Im Internet zwar groß aufgeblasen, war das „Soli-Graffiti“ für den KdN in Berlin schnell durch andere Sprühereien verdeckt

Als Beispiel sei hier das „Soli-Graffiti“ von Berliner Neonazis angeführt, welches kurz nach dem Verbot des KdN im Oktober 2019 entstand. An einem beliebten Spot der Sprüherszene in der Zossener Straße in Marzahn-Hellersdorf posierten vermummte Neonazis – die der Hooliganszene des BFC Dynamo zugerechnet werden – vor einem großflächig gesprühten Lindenblatt, dem Erkennungszeichen des KdN. Nur wenige Zeit später war die Sprüherei bereits übermalt, im virtuellen „Fame“ wähnte sich der KdN noch Wochen später.

Auch personell dürfte der KdN aktuell geschwächt sein. Denn schließlich sitzen die Brüder Matthias und Christoph Drewer in Haft, die dem Kern des Orga-Teams des KdN angehören.
Dass der KdN am 14. März 2020 auf dem „Revolutionären Kongress“ im sächsischen Vogtland Kampfvorführungen zeigen will, ist die wohl einzige nennenswerte, bevorstehende Aktivität der Organisation in Deutschland. Und auch diese wird von internen Querelen überschattet. Denn der noch junge Neonazi und Selbstdarsteller Sanny Kujath aus Zwickau richtet den „Kongress“ im Kern-Gebiet der Neonazi-Partei „Der III. Weg“ aus, ohne dass diese an der Veranstaltung teilnehmen.
Es scheint also, als ob das Jahr 2020 entscheidend für die Entwicklung der extrem rechten, deutschen Kampfsportszene werden wird. Sowohl hinsichtlich einer Neuausrichtung des KdN, als auch einem möglichen Verbot des „Tiwaz“. Nichtsdestotrotz konnte der Nährboden für lokale Gruppen wie „Baltik Korps“ geschaffen werden, die u.a. mit Aufbauhilfe des KdN nun als eigenständige Gruppierung Trainings anbieten und eigene KämpferInnen ausbilden.


Berichtigungen
In unserer ersten Version zeigten wir ein Bild vom „Ausbruch 60“-Marsch in Ungarn, auf dem laut unserer Behauptung Helge Wolfinger und David Mallow zu sehen sein sollen. Dabei handelte es sich um einen Irrtum. Auf dem Bild sind diese nicht zu sehen, ihre Gruppe „Baltik Korps“ nahm jedoch teil. Wir haben dies berichtigt.

Auch unterlief uns ein Fehler in Bezug auf den „Schutzzonentag“ der NPD. Dieser fand nicht wie behauptet in Berlin statt, sondern im sächsischen Riesa.

Vielen Dank an unsere Unterstützer_innen, die uns auf diese Fehler aufmerksam machten.