Neonazi-Hooligan Tom Neubert auf Fightcard in Bottrop


Für die Fightnight „Gladiators Bowl III“ (Bottrop) am 28. Februar 2020 steht u.a. der überregional bekannte Neonazi Tom Neubert aus dem Ruhrpott auf dem Plan.
Neubert ist mittlerweile professioneller MMA-Kämpfer, kämpfte aber auch auf rechten Szeneevents, wie den „Kampf der Nibelungen“ (KdN) 2016.

Im selben Jahr erschien er in einer Doku des Y-Kollektivs zum Thema „Nazi-Kiez mitten in Dortmund-Dorstfeld“. Dort sieht man ihn mehrfach, wie er die Hauptprotagonistin der Doku bedrängt, verfolgt und wie er am Ende einen Platzverweis ausgesprochen bekommt.

Tom Neubert 2016 in einer Doku zu den Neonazi-Aktivitäten in Dortmund-Dorstfeld

Dass er 2018 auf dem Cover der ersten Ausgabe der Schülerzeitung „Heute Jung“ (HJ) abgebildet ist, wie die Antifa Union im Oktober 2018 zu berichten weiß, verwundert demnach nicht. Schließlich ist die Zeitschrift ein Produkt der Neonazi-Partei „Die Rechte“. Parteikader Christoph Drewer und Alexander Deptolla sind nicht nur in Dortmund-Dorstfeld fest verwurzelt, sondern auch maßgeblich in der Organisation des KdN involviert.
Neubert selbst wurde nicht nur in der Neonazi-Clique in Dorstfeld sozialisiert und politisiert, sondern gehörte auch der mittlerweile aufgelösten rechten Hooligangruppe „Riot 0231“ an, die sich heute mit Anderen unter dem Label „Hooligans Dortmund“ präsentieren.
Im Mai 2019 war es Neubert, der die „Hooligans Dortmund“ bei einem Kampf auf der „F1ght K1ngs“-Kampfsportgala in Kiew (Ukraine) mit einem T-Shirt repräsentierte.

Neubert mit „Hooligans Dortmund“-T-Shirt im Mai 2019 in der Ukraine

Organisiert wurde das Event maßgeblich vom umtriebigen Neonazi-Hooligan und Gründer der extrem rechten, russischen Kampfsport-Marke-und Promotion „White Rex“. Auch über die „F1ght K1ngs“-Gala berichteten wir bereits ausführlich.
Einen Schal der Hooligans von Borussia Dortmund zeigte Neubert auch nach einem illegalen Kampf der Veranstalter des „King of the Streets“ (KOTS) im September 2019 in Schweden. „Vollgas Tom – Hau ihn um“ zeigten Ultras der Fußballmannschaft Rot-Weiß Essen im Heimstadion kurz vor diesem Kampf. Dieser Fanszene gehört Neubert ebenfalls seit geraumer Zeit an. Auf die in den sozialen Netzwerken gestellte Frage „Gab es nach deinem Kampf bei Kots rechtliche Konsequenzen in D?“, antwortete Neubert mit „Bis jetzt noch nicht. Bleibt hoffentlich auch so.“, dazu ein Zwinker-Smiley.

Neubert nach seinem Kampf beim KOTS in Schweden. Auf dem Schal das in Hooligan-Kreisen benutze „h“, welches eben für „Hooligans“ steht

Verabredete Kämpfe ohne Regeln und ohne Richter – selbst wenn sie einvernehmlich sind – zählen in Deutschland als Körperverletzung.

Neuberts Stamm-Gym „MMA Corps Ruhrpott“, unter der Leitung von Markus Adam, will von all dem nichts wissen. Adam ist mit seinem Gym schließlich auch Hauptorganisator der „Gladiators Bowl“-Fightnight und Neubert ein in den sozialen Netzwerken nicht unbeliebter und aufstrebender MMA-Kämpfer.
Angesprochen auf die Teilnahme Neuberts an der rechten Fightnight im Mai 2019 in Kiew, sowie Neuberts Verbindungen zur extremen Rechten, schrieb Adam auf der Facebook-Seite seines Gyms, dass es ihrem Verein „nicht um Politik nicht um Religion sondern nur um den Sport geht“. Dass Neubert auch weiterhin mit MMA-Handschuhen der extrem rechten Marke „White Rex“ posiert (siehe Titelbild) und das dort erlernte bei illegalen und in Deutschland strafbaren Kämpfen wie dem KOTS einsetzt, wird dabei ausgeblendet. Aus seiner Teilnahme macht Neubert zudem keinen Hehl und füttert seinen Instagram-Account regelmäßig mit Bildern im Zusammenhang mit dem rechten Hooliganmilieu.
Dass auch das Gym „4 Ever Fit & Fightcamp“ in Herten im Kreis Recklingshausen nicht in der Lage scheint, auf eine bekannte Szene-Persönlichkeit wie Tom Neubert angemessen zu reagieren, sondern ihn in die Struktur des Gyms einzubinden, ist umso erschreckender.

Screenshot einer Instagram-Story vom Dezember 2019 des „4 ever fit and fightcamp“. 1.v.r.: Tom Neubert als Trainer im Pullover der rechten Marke „Label 23“

Dort ist Neubert seit mindestens Mitte Dezember 2019 Trainer im Kickboxen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Im Training trägt er dabei Klamotten der rechten Kampfsport-und Streetwear-Marke „Label 23″.

Neubert ist nicht geläutert und seine Aktivitäten in der extremen Rechten gehören nicht der „Vergangenheit“ an, wie etwa das Gym MMA Corps Ruhrpott beschwichtigt. Vielmehr ist er Teil einer sich professionalisierenden, international gut vernetzten Neonazi-und Hooliganszene, deren Fähigkeiten u.a. in den Gyms erlernt werden. Wir fordern Markus Adam erneut auf, endlich die Personalie Neubert anzugehen und sich nicht hinter schlechten Argumenten zu verstecken, wie „Bei uns trainieren über zehn Nationen“. Eine Streichung Neuberts von der Fightcard wäre der erste, richtige Schritt, ein Rausschmiss aus dem Gym die logische und vernünftige Konsequenz.
Im Falle des „4 Ever Fit & Fightcamp“ hoffen wir, hiermit Argumente geliefert zu haben, warum Neubert dringend als Trainer gekündigt werden sollte. Wenn man Neonazis Jobs vermittelt, ermöglicht man ihnen nicht nur Zugriff auf Räumlichkeiten, sondern wird auch Teil des Wirtschaftskreislaufes der Szene. Der Fall Neubert ist an dieser Stelle das beste Beispiel, wenn rechten KampfsportlerInnen die sportliche Bühne geboten wird sich zu professionalisieren, und sie ihr Wissen daraus für die Ziele der rechten Kampfsportszene nutzen.