Black Legion – „The Iron Youth Division“

Logo von "Black Legion"Kurz und Knapp

Anfang 2016 im Raum Cottbus von Neonazis gegründet, vertreibt die Marke Streetwear-Klamotten mit zum Teil unverfänglichen Designs. Andere Shirt-Motive zeigen dagegen eindeutige Bezüge zur Neonazi-Szene und zum historischen Nationalsozialismus. So nutzen sie u.a. ein Original-Zitat von Adolf Hitler oder eine Textzeile der RechtsRock-Band „Störkraft“ als T-Shirt-Motiv.
Die Marke richtet sich an die rechte Kampf- und Kraftsportszene, trat mehrmals als Sponsor für das rechte Kampfsport-Event „Kampf der Nibelungen“ auf und stellte dort ein eigenes Team.
Der Vertrieb erfolgt hauptsächlich über ihren Webshop, sowie über das Neonazi-Ladengeschäft „The Devils Right Hand/Rebel Records“ in Cottbus.

Motive und Designs

zusätzliches Logo von "Black Legion": "2L" in geschwungener Schrift

Das Logo der Marke stellt einen brüllenden Bären dar, darunter der Schriftzug „BLK LGN“. Ein zusätzlich verwendetes Logo zeigt in geschwungener Schrift die Zeichen „2L“. Die „2“ steht für den zweiten Buchstaben im Alphabet, das „B“ („Black“), während das „L“ für „Legion“ steht.
Mit dem Markennamen „Black Legion“ werden klare rassistische und faschistische Bezüge hergestellt. Zum einen wird auf die in den 30er Jahren agierende Gruppierung „Black Legion“ angespielt, die sich vom „Ku-Klux-Klan“ abspaltete und mit über 20.000 Mitgliedern in Amerika bewaffnet für die „Weiße Vorherrschaft“ kämpfte. Zum anderen war die „Schwarze Legion“ eine kroatische Elite-Einheit, die in den 40er Jahren unter dem Motto „Für den Führer und die Heimat bereit!“ zahlreiche Verbrechen an Sinti, Roma, Juden und Serben beging. Die Einheit war dabei Teil der faschistischen Ustascha-Miliz, die in der Zeit des Krieges in Bosnien bis 1945 vielfache Kriegsverbrechen gegen die serbischen Milizen begingen.
Die Zweitbezeichnung „Iron Youth Division“ lässt weiteren Interpretationsspielraum offen. So könnte sich das „Iron“ sicherlich auf das gestemmte Eisen im Gym beziehen, kann aber auch als Verweis zum Idealbild der „deutschen Jugend“ im Dritten Reich dienen. Hitler beschrieb diese 1936 als „Hart wie Kruppstahl“ – eine Zuschreibung auf die sich Neonazis auch heute beziehen, wenn es um das Selbstbild des „wehrhaften Deutschen“ geht.

In ihrer Selbstbeschreibung verweisen die Label-Verantwortlichen ganz deutlich auf ihre extrem rechte Gesinnung und Motivation, warum sie die Marke ins Leben gerufen haben: “Das Volk wird belogen, betrogen, kriminelle Banden regieren ganze Stadtviertel und die überwiegende Volksmasse ist ertränkt in erbarmungsloser imperialistischer Lethargie. Diese Zustände sind in unseren Augen nicht mehr hinnehmbar. Daher reifte in uns der Gedanke etwas entstehen zu lassen – das war die Geburt von Black Legion!“

Auf den T-Shirts knüpft die Marke mit Slogans wie „Defend Europe – Folk, Family, Fatherland“ (dt. „Verteidige Europa – Volk, Familie, Vaterland“) an diese Motivation an.
Mit modernen Stilmitteln, wie dem Weglassen von Vokalen („BLK LGN“), und mit an den Straight-Edge-Lifestyle angelehnten Inhalten, dargestellt mit Messern und dem Slogan „Drug Free“ („frei von Drogen“), wird sich betont modern und jugendkulturell gegeben.
Ein anderes Motiv zeigt einen MMA-Kämpfer, den der Schriftzug „fight for your right“ („kämpfe für dein Recht“) umgibt. Im Hintergrund die Zahl „88“, ein in der Neonazi-Szene verwendeter Zahlencode für „Heil Hitler“. Damit soll offensichtlich die extrem rechte Kampfsportszene angesprochen werden, während das Motiv „Rowdytum“ eine rechte Hooligan- und Ultra-Szene als potentielle Käuferschaft umwirbt. Das Motiv zeigt dabei nicht nur Bilder von Fußballkrawallen, sondern auch den Schriftzug „Rowdytum und Sadismus, Massenkrawall und Vandalismus“. Diese Zeile entstammt dem Refrain des Songs „Hooligans“ der RechtsRock-Band „Störkraft“ – eine der wichtigsten Neonazi-Bands der 80er und 90er Jahre.

T-Shirt vn "Black Legion"; Motiv: "Defend Europe"T-Shirt von "Black Legion"; Motiv: "DRUGFREE Iron Youth"T-Shirt von "Black Legion"; Motiv: "Rowdytum"
Auf anderen T-Shirts bezieht sich „Black Legion“ auf den historischen Nationalsozialismus. „Lieber das Leben als die Treue opfern“ ist, sowohl inhaltlich wie auch grafisch, eins zu eins aus den von der NSDAP produzierten Wochensprüchen von 1940 entnommen wurden. Ein anderes T-Shirt mit dem Rückendruck „Ein Mann ist nur der, der als Mann sich auch wehrt und verteidigt“ ist ein Original-Zitat Adolf Hitlers. Auch dieses Zitat entnahm „Black Legion“ den NSDAP-Wochensprüchen von 1940.

T-Shirt von "Black Legion"; Motiv: "Lieber das Leben als die Treue opfern"Ursprungsmotiv von den NSDAP-Wochensprüchen; 20.-26. Oktober 1940
T-Shirt von "Black Legion"; Motiv: "Ein Mann ist nur ..."Ursprungsmotiv von den NSDAP-Wochensprüchen; 17.-23. November 1940

Die Kleidung richtet sich klar an Neonazis aus dem Kraft- und Kampfsportbereich, die sie zu „volkssozialistischen Preisen“ verkaufen, wie selbst schreiben. Wen sie mit ihren Klamotten erreichen wollen, ist für die Macher der Marke klar:
„… alle Menschen die sich ihrer Identität bewusst sind und ihrem Vaterland die Treue halten. Die, die auch das Große ganze sehen, einer Vision eines Europas der Vaterländer.“

Sponsoring

„Black Legion“ sponserte bereits 2016 das Neonazi-Kampfsportevent „Kampf der Nibelungen“ in Hessen, schickte dort sogar einen eigenen Kämpfer in den Ring. In 2017 wurde das Event ebenfalls von der Marke unterstützt. Darüber hinaus trat im August 2016 ein „Team Black Legion“ beim „6. Germanischen Achtkampf“ in Brandenburg an. Einer der Hauptakteure dieses Teams ist der Neonazi Lucien Schönbach aus Lübben/Spreewald. Der aktive MMA-Kämpfer nimmt nicht nur an kommerziellen Veranstaltungen teil, sondern kämpfte bereits bei einem der extrem rechten Kampfsport-Events namens „Day of Glory“ in Frankreich.
Beim RechtsRock-Festival „Rock für Deutschland“ 2017 in Gera war „Black Legion“ zudem mit einem eigenen Verkaufsstand vertreten.


Weitere Informationen:
Artikel zu den Neonazi-Strukturen in Cottbus und Umland: Das Doppelspiel des Spreelichter-Netzwerks in Südbrandenburg, 22. Januar 2017
https://linksunten.indymedia.org/de/node/201769

Artikel zur Beteiligung der Macher an den Neonazi-Demonstrationen von „Zukunft Heimat“: Zu­kunft-Hei­mat-De­mos: Fix­punkt der Cott­bus­ser Na­zi­szene, 14. Juli 2017
http://www.inforiot.de/zukunft-heimat-demos-fixpunkt-der-cottbusser-naziszene/

 


„Black Legion“ mit eigenem Team beim „6. Germanischen Achtkampf“ in Brandenburg im August 2016
„Black Legion“ mit eigenem Team beim „6. Germanischen Achtkampf“ in Brandenburg im August 2016
„Black Legion“ präsentiert das Neonazi-Kampfsportevent „Kampf der Niebelungen“ 2017
„Black Legion“ präsentiert einen Kämpfer für das Neonazi-Kampfsportevent „Kampf der Nibelungen“ 2016
Der Neonazi Lucien Schönbach (obere Reihe, 4. v. l.) beim „Day of Glory“ 2015 in Lyon
Der Neonazi Lucien Schönbach (obere Reihe, 4. v. l.) beim „Day of Glory“ 2015 in Lyon
Neonazi mit einem T-Shirt von „Black Legion“ beim „Rock für Deutschland“ 2017 in Gera
Neonazi mit einem T-Shirt von „Black Legion“ beim „Rock für Deutschland“ 2017 in Gera
Der Neonazi Lucien Schönbach (rechts) im „Team Black Legion“ für das neonazistische Kampfsport-Event „6. Germanischer Achtkampf“ im August 2016
Der Neonazi Lucien Schönbach (rechts) im „Team Black Legion“ für das neonazistische Kampfsport-Event „6. Germanischer Achtkampf“ im August 2016
Das "Black Legion"-Team (1.v.l und 2.v.r.) auf dem "Rock für Deutschland" 2017 in Gera, zusammen mit der italienischen Neonazi-Band "Black Arrows". Ganz rechts der Cottbuser Neonazi, Sänger der RechtsRock-Band "Hausmannskost" und Betreiber von "Rebel Records" Martin Seidel
Das „Black Legion“-Team (1.v.l und 2.v.r.) auf dem „Rock für Deutschland“ 2017 in Gera, zusammen mit der italienischen Neonazi-Band „Black Arrows“; Ganz rechts der Cottbuser Neonazi, Sänger der RechtsRock-Band „Hausmannskost“ und Betreiber von „Rebel Records“ Martin Seidel.